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Kemathen Juli 2011 2

Filialkirche St. Quirinus Kemathen

Zur Geschichte

Seit dem Neu­bau der Stra­ße von Pfarr­kir­chen nach Arnstorf ist es still gewor­den in Kema­then. Und weni­ge Besu­cher stö­ren die Kanin­chen, die fried­lich im Kirch­hof äsen. Um 1750 ging es viel leb­haf­ter zu, da kamen von weit und breit die Wall­fah­rer zur spät­go­ti­schen Wall­fahrts­kir­che des H. Qui­ri­nus und brach­ten so viel an from­men Spen­den, dass aus der Wall­fahrts­kas­se über 3000 Gul­den für den statt­li­chen Turm und den Neu­bau der Pfarr­kir­che von Maria­kir­chen gestif­tet wer­den konnnten.

Die Ursprün­ge von Kema­then lie­gen im Dun­keln, der Name weist ihn als Sied­lung zur Zeit der Agi­lol­fin­ger aus, doch Urkun­den spre­chen erst im frü­hen 12.Jahrhundert von Grund­stü­cken ze Chem­na­ten“. Ein Edel­sitz Chem­na­ten ist für die Jah­re zwi­schen 1120 und 1440 nachgewiesen.

Auf­fal­lend ist der steil auf­ra­gen­de West­turm in der Mit­tel­ach­se mit dem tief her­un­ter­ge­zo­ge­nen vier­sei­ti­gen Spitz­helm. In ihm hän­gen noch die bei­den alten Glo­cken mit dem Clo­sen­wap­pen und der Umschrift: Hans Pach gos mich in Pas­s­av 1964. Ora pro nobis S. Maria, Gorg Fer­tin­and Frei­herr von Klossen. „

Das Kirch­lein mit der rund­um schlie­ßen­den Fried­hofs­mau­er ist wohl um die Mit­te des 15. Jahr­hun­derts im spät­go­ti­schen Stil erbaut wor­den. Der Chor umfaßt nur ein Joch mit fünf Acht­eck­sei­ten und spät­go­ti­schem Netz­rip­pen­ge­wöl­be mit einem schei­ben­för­mi­gen Schluß­stein. Die Spitz­bo­gen­fens­ter besit­zen ein­fa­ches Maßwerk.

Flach­ge­deckt ist das Lang­haus, auf der Nord­sei­te läßt ein Fens­ter, auf der Süd­sei­te zwei das Licht in den weiß­ge­tünch­ten Raum. Ein stich­bo­gi­ges Por­tal auf der Süd­sei­te mit einer klei­nen Por­tal­vor­hal­le wur­de im 17. Jahr­hun­dert angefügt. 

Im Chor steht ein zwei­säu­li­ger baro­cker Hoch­al­tar mit gewun­de­nen, wein­laub­ver­zier­ten Säu­len. Um 1680 wur­de er errich­tet und die Wap­pen der Clo­sen und Königs­feld erin­nern an edle Gön­ner. Das Altar­blatt schil­dert mit rea­lis­ti­scher Grau­sam­keit das fürch­ter­li­che Mar­ty­ri­um des Hl. Qui­ri­nus. Nach einer Legen­de wur­de er unter Kai­ser Clau­di­us II. Gothi­cus (268270) in Rom als Christ ent­haup­tet und in den Tiber gewor­fen, sein Leich­nam wur­de auf der Insel Lykao­nia (S. Bar­to­lo­meo) ange­schwemmt und in der Kata­kom­be des Paps­tes Pon­tia­nus bestat­tet. Das Altar­bild zeigt uns Qui­ri­nus im Har­nisch mit abge­hack­ten Füßen; eben ist der Hen­ker dabei, auch die rech­te Hand auf dem Hack­block abzu­schla­gen, die blu­ten­de Zun­ge ist an einem Pfahl gena­gelt. Im Hin­ter­grund war­tet ein wei­te­rer Hen­ker mit gezo­ge­nem Schwert, wäh­rend stolz der tur­ban­ge­krön­te Rich­ter auf dem Schim­mel daher­rei­tet. (Vom Klos­ter Tegern­see aus hat die Ver­eh­rung die­ses Hei­li­gen wei­te Ver­brei­tung gefun­den). An der Sei­ten­wand sehen wir Qui­ri­nus noch ein­mal als Rit­ter mit dem letz­ten Clo­sen­wap­pen im Schild, dane­ben St. Simon. – Beson­ders schön ist eine Anna-selb­dritt-Grup­pe, ein Maria­hilf­bild und zwei Gemäl­de mit dem beten­den Johan­nes Nepo­muk und St. Aloy­si­us mit Kreuz und Rosenkranz.

(Quel­le: Kir­chen im Umkreis von Arnstorf” — Wal­ter Pera.)